Ceuta nach 72 Toten:
Marokko unter Verdacht, Spanien unter Druck.
"Ceuta versucht am Sonntag, aus dem Ausnahmezustand zurückzufinden. Soldaten und Polizisten kontrollieren weiter die Straßen, am Wellenbrecher von Tarajal ist die neue, 500 Meter lange Schwimmsperre inzwischen vollständig einsatzbereit.
Zugleich erhöhte der Regierungsbeauftragte die offizielle Zahl der Toten auf 72. (...)
Doch wer mobilisierte Zehntausende Menschen? „Die spanische Grenze ist offen, man kann ohne Papiere passieren“, lautete nach Recherchen von El País eine der Botschaften, die sich am Donnerstag auf marokkanischen Plattformen verbreiteten. (...)
Karten zeigten Wege zum Strand von Tarajal und Stellen mit geringerer Polizeipräsenz. (...)
Als zusätzlicher Beschleuniger diente offenbar ein Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs. (...)
Nach Darstellung Madrids machten Schleuser daraus die falsche Botschaft, die Grenze sei geöffnet.
Für eine von der marokkanischen Regierung gesteuerte Aktion gibt es bislang keinen Beleg. (...)
Ein AP-Fotograf sah jedoch am Donnerstag marokkanische Sicherheitskräfte mit verschränkten Armen am Straßenrand stehen, während Tausende in Richtung Grenze zogen. Erst später gingen Sicherheitskräfte mit Tränengas, Schlagstöcken und Wasserwerfern gegen solche Gruppen vor.
Die Regierung in Rabat erklärt, die Krise habe sich gegen ihren Willen entwickelt. (...)
Im September 2024 verhinderten marokkanische Sicherheitskräfte nach Aufrufen in sozialen Netzwerken einen ähnlichen Massenversuch. (...)
Warum der Sicherheitsapparat diesmal eine Mobilisierung von ungleich größerem Ausmaß nicht rechtzeitig erkannte oder stoppte, ist die wichtigste offene Frage." (...)
Ein Bericht der BERLINER ZEITUNG






