Gascade nimmt deutsche Wasserstoff-Pipeline in Betrieb
– doch es gibt keinen einzigen Abnehmer.
"Unternehmensberater Matthias Deeg beschreibt das Problem am Preis, und er formuliert es klar.
„Im Moment sind die Preise für Wasserstoff brutal hoch, so dass wir teilweise Faktor drei gegenüber dem jetzigen Erdgaspreis zu bezahlen hätten“, sagt er, und damit zerlegt er viele Businesscases. Große Verbraucher kalkulieren hart, weil sie im Wettbewerb stehen, und deshalb weichen sie aus.
Deeg zieht daraus einen drastischen Schluss: „Die Nachfrage nach Wasserstoff geht aktuell eigentlich gegen null“, und er ergänzt: „Das heißt, die Investitionen, die wir derzeit ins Kernnetz betreiben, sind im Moment noch ohne Verkäufer und Käufer.“ Selbst wenn H2 politisch gewollt ist, bleibt er für viele Standorte zu teuer, und die Pipeline wartet weiter auf Kunden.
Ohne Abnehmer wird das Kernnetz zur Wette
… Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller spricht zwar von einer Chance, doch er bremst Erwartungen. „Es hat sich aber auch gezeigt, dass der Aufbau der Wasserstoffwirtschaft kein Selbstläufer ist“, sagt er, und er fordert: „Wir müssen geeignete Rahmenbedingungen schaffen, Marktrisiken abbauen und pragmatische Lösungen finden.“ Ohne diese Bedingungen bleibt das Grundnetz ein Konstrukt auf dem Papier, und die Pipeline steht im Zweifel für sich allein.
Gascade-Bereichsleiterin Gewehr benennt den Kern: „Letztendlich muss Wasserstoff wettbewerbsfähig sein. Ich glaube, das ist der Knackpunkt, den es letztendlich für den Markthochlauf auch zu überwinden gilt [facepalm]. Daran muss gearbeitet werden.“ Genau deshalb verschieben Unternehmen Projekte, und damit fehlen der Leitung die Abnehmer weiter. Leag plant aktuell kein Wasserstoffkraftwerk in der Lausitz, und ArcelorMittal stellt die Umrüstung in Bremen und Eisenhüttenstadt vorerst zurück. Solange das so bleibt, bleibt auch die Gebühr fürs Netzentgelt nur ein Detail, weil ohne Kunden nichts durch die Leitung fließt.






