Wie Friedrich Merz ein Jahr verschenkte,
das Deutschland nicht hatte.
„Es gibt Momente in der Politik, in denen man einen Menschen bedauern möchte, selbst wenn man es eigentlich nicht sollte.
Friedrich Merz liefert dieser Tage reichlich davon. Man muss nur genau hinsehen – in sein Gesicht, diese Mischung aus Erschöpfung und Ratlosigkeit, die sich einschleicht, wenn er wieder einmal erklärt, warum der versprochene Herbst der Reformen nun doch eher ein Herbst der Herbste werden müsse. (…)
Man erinnere sich: Friedrich Merz ist der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, der im ersten Wahlgang durchfiel. Ein historisches Menetekel, das an der Wand des Kanzleramts geschrieben steht und seither nicht verblasst ist. (…)
Die SPD schreibt Papiere über höhere Erbschaftsteuern, wohlwissend, dass die Union sie ablehnen wird. Die CSU fordert Steuersenkungen, wohlwissend, dass sie nicht finanzierbar sind. Es ist politisches Theater, aufgeführt vor der Kulisse eines Landes, das eigentlich Lösungen bräuchte. (…)
Ende bleibt eine unbequeme Frage: In welchem Maße ist das Scheitern von Friedrich Merz ein Scheitern der gesamten Christdemokratie? Einer Partei, die 16 Jahre lang unter Merkel das Land verwaltete, statt es zu gestalten, und die nun unter Merz nicht einmal mehr das Verwalten hinbekommt?“ …“
Ein Bericht der BERLINER ZEITUNG






