Unterschied zwischen links und rechts einfach erklärt.
"In dieser Rede (gehalten von Harald Martenstein) setzt sich der Redner kritisch mit der aktuellen Debatte um ein mögliches AfD-Verbot und der pauschalen Gleichsetzung von „rechts“ mit „rechtsextrem“ oder „Nazi“ auseinander.
Hier sind die Kernpunkte der Rede zusammengefasst:
1. Kritik an Verbotsdebatten
- Martenstein warnt davor, dass das Verbot einer Partei, die von 20 % bis 40 % der Bevölkerung gewählt wird, das Ende der Demokratie bedeuten könnte [00:36].
- Er argumentiert, dass ein System, in dem die Meinung großer Bevölkerungsteile keine Rolle mehr spielt, einer „gelenkten Demokratie“ gleicht [00:49].
2. Definition von „Rechts“ vs. „Links“
- Er betont, dass „rechts“ und „links“ seit der Französischen Revolution die beiden Grundpfeiler demokratischer Staaten sind [02:28].
- Rechte Positionen (Erhalt von Traditionen, Familie, Unternehmertum, Patriotismus) seien legitim und wurden historisch von Staatsmännern wie Adenauer, De Gaulle, Churchill oder Thatcher vertreten [02:42].
- Den „Kampf gegen Rechts“ bezeichnet er als einen Kampf gegen die Demokratie selbst, wenn damit bürgerlich-rechte Grundhaltungen kriminalisiert werden sollen [02:14].
3. Populismus und Legitimität
- Der Redner verteidigt den Kern des Populismus: Die Idee, dass alle Macht vom Willen der Mehrheit ausgehen muss [04:24].
- Er wirft den Befürwortern eines Verbots vor, die Demokratie unter dem Vorwand ihrer Rettung abzuschaffen – ein historisches Muster, das er am Beispiel der „Anti-Rechts-Bewegung“ im China der 1950er Jahre illustriert [06:08].
4. Der Nazi-Vergleich (Godwin’s Law)
- Martenstein kritisiert die inflationäre Verwendung des Nazi-Begriffs als Sammelbegriff für alle, die nicht links oder sozialistisch denken [11:42].
- Er führt drastische Zitate von Franz Josef Strauß an, um zu zeigen, dass scharfe Rhetorik früher Teil des demokratischen Spektrums war, ohne dass die Akteure als Nationalsozialisten galten [09:52].
- Er weist auf fundamentale Unterschiede zwischen der heutigen Rechten und den historischen Nationalsozialisten (SA-Gewalt, offener Rassismus, Führerstaat) hin [11:49].
5. Lösungsvorschlag statt Verbot
- Anstatt die politische Konkurrenz durch Verbote auszuschalten [13:42], fordert er die Politik auf, die realen Probleme zu lösen, die den Zulauf zur AfD verursachen:
- Anpassung der Migrationspolitik [14:17].
- Wiederherstellung der inneren Sicherheit [14:25].
- Funktionierende Schulen und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft [14:25].
Fazit: Die entscheidende Trennlinie verläuft für den Redner nicht zwischen links und rechts, sondern zwischen autoritären Regimen und freiheitlichen Demokratien, in denen alle Bürger – unabhängig von ihrer politischen Einstellung – die gleichen Rechte besitzen, solange sie sich an Gesetze halten und keine Gewalt anwenden [15:37]."






